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Offenbarung: inklusiv / exklusiv

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Was ich heute gelernt habe…

…ist folgender Unterschied: Das inklusive Offenbarungsverständnis schließt außerbiblische Gottesaussagen ein. Paulus meinte hierzu, die Christusoffenbarung knüpfe an das natürlich Wissen über Gott an. Das exklusive Offenbarungsverständnis schließt Gottesaussagen außerhalb der Bibel aus. Was Paulus zu der Aussage brachte, dass das menschliche Gotteswissen ohne Christus zwar vorhanden, aber immer falsch und von Sünde gezeichnet ist und nur durch die Christusoffenbarung überwindbar ist.

Das inklusive Offenbarungsverständnis der Katholiken:
Die spätantike Philosophie kritisierte den Polytheismus ähnlich wie das Christentum und die Christen akzeptierten die philosophische Theologie als Grundlage ihrer Wahrheitserkenntnis. Die Altkirche befand, der Mensch besäße (begrenzte) Fähigkeit zu vernünftiger Gotteserkenntnis. Das erste Vatikanische Konzil 1870 belegte Gegner dieser Auffassung gar mit dem Fluch. Gott als Ursprung und Ziel aller Dinge ist jedem Menschen erkenntlich! Die Frage, weshalb denn Gott dann noch in der Bibel verkündet, offenbart werden muss, beantwortet die Katholische Kirche auf ihrem 2. Konzil 1965 damit, dass die Lehren von Gott in der Bibel überliefert sind, also nicht ausschließlich der menschlichen Vernunftseinsicht überlassen werden dürfen, durch die Offenbarung aber leichter erfasst werden können. Es steigere sich nämlich die Leistungsfähigkeit der menschlichen Vernunft durch den Empfang der Offenbarung. Demnach sind alle Menschen rational in der Lage, Gott zu erkennen. Das hat für den Katholizismus zur Folge, dass für ihn alle Menschen zum Volk Gottes gehören, auch wenn sie keine Christen sind.

Das exklusive Offenbarungsverständnis im lutheranischen Protestantismus:
Die Fähigkeit der Menschen, die Wahrheit per Vernunft selbst zu erkennen wird von den Protestanten weniger positiv beurteilt. Was nicht offenbart wurde, gilt als Unwahrheit – somit ist das natürliche Wissen von Gott, anders als bei den Katholiken, nicht als Schritt auf dem Weg zur Wahrheit anerkannt, sondern wird als „andere Variante von Unwahrheit“ aufgefasst. So bezeichnete Martin Luther die philosophische Theologie als Spielart des Götzendienstes. Das „natürliche Licht der Vernunft“ befähige zu Erkenntnissen über Sein und Wesen Gottes, nicht aber zum durch Jesus Christus vermittelten gläubigen Vertrauen zum Heiligen Geist. Die Vernunft kann, nach Luthers Lehre, kein Vertrauen zu Gott herstellen. Luther bringt das Thema der Werkgerechtigkeit ins Spiel: Ein natürliches Gottesbild führt dazu, dass die Menschen auf eigene gute Handlungen setzen, um sich diese Dienste von Gott belohnen zu lassen. Die Gnade Gottes aber ist völlig unabhängig von menschlichem Wirken. Nicht Werke, sondern Glaube!
Die „Ur-Offenbarung“ ist im Protestantismus der zur natürlichen Theologie nötige Vorläufer. Die natürliche Theologie wird als Ergebnis der sündhaften Abwendung vom wahren Gott wahrgenommen. Damit (anders Karl Barth) sehen also die protestantischen Theologen die natürliche Kenntnis von Gott als (verdorbenes) Ergebnis göttlicher Selbstbekundung. Nur so kann ein Mensch, nachdem sich ihm die Christusoffenbarung erschlossen hat, seine vorausgehende, natürliche Gotteswahrnehmung als Folge der Abwendung von Gott verstehen. Die Ur-Offenbarung wurde von den Menschen verkannt und das Wissen von Gott vor Christus wird erst im Lichte der Bibel wieder rein, weil die Gotteserkenntnis eines Sünders niemals unvoreingenommen ist.

Geschrieben von C. v. T.

März 28, 2008 um 11:50

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