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Ein Städtejournal.

Archiv für März 2008

Der Glaube (implizit/explizit)

mit einem Kommentar

Was ich heute gelernt habe…

…ist, dass der Glaube an den Sieg Gottes über Tod und alles Böse auf dem Christusgeschehen beruht. Christlicher Glaube kommt demnach stets von etwas her und ist auf etwas gerichtet. Ein Problem ist, dass die Zeugnisse des Neuen Testaments untereinander nicht immer stimmig und historisch oft zumindest fragwürdig sind. Somit wirft sich die Frage auf, ob die berichteten Ereignisse als fundierte Basis für das Heilsvertrauen dienen können.

Es ist durchaus möglich, nicht an Gott oder nicht an Christus als Sohn Gottes zu glauben, auch wenn man die biblische Botschaft kennt. Das bedeutet, ein Mensch muss sich auf das “Versöhnungsangebot” einlassen, dass Gott ihm durch Christus offenbart hat, um Christ zu sein. Sein Vertrauen muss darauf gerichtet sein. Es gibt also zwei Gesichtspunkte des Glaubens: Kenntnis und Vertrauen. Die Gegenstände des Glaubens sind allen gemein, die individuelle Aneignung dieser Glaubensgegenstände aber ist der Glauben. So wird ungeformter Glaube, also die zustimmende Kenntnis der Glaubensinhalte, zu wahrem Glauben. Erst die Formung dieser Inhalte durch die Liebe des Heiligen Geistes verwirklicht den Glauben. Die Frage ist nun, welche Inhalte, welche Kenntnisse braucht ein Christ? Wie stellt er sein Vertrauen auf eine ausreichend feste Basis? Schließlich braucht das Vertrauen einen Gegenstand, auf den er sich richten kann.
Der implizite Glaube bezeichnet den Glauben daran, dass die kirchliche Überlieferung des Glaubensgutes zuverlässig ist. Das ist Tradition, katholische Tradition.
Der explizite Glaube vertraut in die bekannten Inhalte des Glaubensgutes, deren Mindestbestand der Dekalog, das Apostolische Glaubensbekenntnis und das Vaterunser sind. Nach Luther bewirkt nur Gott den wahren Glauben. Der erworbene, selbst angeeignete Glaube ist somit nichtig, nur der von Gott “eingegossene” ist wahr, da alles Werk außerhalb Gottes Sünde ist. Die Eigene Erkenntnis kann nicht Voraussetzung, sondern nur Folge des Glaubens sein. Diese Erkenntnis kann nicht von der Kirche oder anderen Einrichtungen, Stellvertreter, verwaltet werden. Jeder Christ ist in vollem Umfang verpflichtet, über seinen Glauben Rechenschaft abzulegen und ablegen zu können.

Geschrieben von C.

März 28, 2008 um 3:49 nachmittags

Offenbarung: inklusiv / exklusiv

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Was ich heute gelernt habe…

…ist folgender Unterschied: Das inklusive Offenbarungsverständnis schließt außerbiblische Gottesaussagen ein. Paulus meinte hierzu, die Christusoffenbarung knüpfe an das natürlich Wissen über Gott an. Das exklusive Offenbarungsverständnis schließt Gottesaussagen außerhalb der Bibel aus. Was Paulus zu der Aussage brachte, dass das menschliche Gotteswissen ohne Christus zwar vorhanden, aber immer falsch und von Sünde gezeichnet ist und nur durch die Christusoffenbarung überwindbar ist.

Das inklusive Offenbarungsverständnis der Katholiken:
Die spätantike Philosophie kritisierte den Polytheismus ähnlich wie das Christentum und die Christen akzeptierten die philosophische Theologie als Grundlage ihrer Wahrheitserkenntnis. Die Altkirche befand, der Mensch besäße (begrenzte) Fähigkeit zu vernünftiger Gotteserkenntnis. Das erste Vatikanische Konzil 1870 belegte Gegner dieser Auffassung gar mit dem Fluch. Gott als Ursprung und Ziel aller Dinge ist jedem Menschen erkenntlich! Die Frage, weshalb denn Gott dann noch in der Bibel verkündet, offenbart werden muss, beantwortet die Katholische Kirche auf ihrem 2. Konzil 1965 damit, dass die Lehren von Gott in der Bibel überliefert sind, also nicht ausschließlich der menschlichen Vernunftseinsicht überlassen werden dürfen, durch die Offenbarung aber leichter erfasst werden können. Es steigere sich nämlich die Leistungsfähigkeit der menschlichen Vernunft durch den Empfang der Offenbarung. Demnach sind alle Menschen rational in der Lage, Gott zu erkennen. Das hat für den Katholizismus zur Folge, dass für ihn alle Menschen zum Volk Gottes gehören, auch wenn sie keine Christen sind.

Das exklusive Offenbarungsverständnis im lutheranischen Protestantismus:
Die Fähigkeit der Menschen, die Wahrheit per Vernunft selbst zu erkennen wird von den Protestanten weniger positiv beurteilt. Was nicht offenbart wurde, gilt als Unwahrheit – somit ist das natürliche Wissen von Gott, anders als bei den Katholiken, nicht als Schritt auf dem Weg zur Wahrheit anerkannt, sondern wird als “andere Variante von Unwahrheit” aufgefasst. So bezeichnete Martin Luther die philosophische Theologie als Spielart des Götzendienstes. Das “natürliche Licht der Vernunft” befähige zu Erkenntnissen über Sein und Wesen Gottes, nicht aber zum durch Jesus Christus vermittelten gläubigen Vertrauen zum Heiligen Geist. Die Vernunft kann, nach Luthers Lehre, kein Vertrauen zu Gott herstellen. Luther bringt das Thema der Werkgerechtigkeit ins Spiel: Ein natürliches Gottesbild führt dazu, dass die Menschen auf eigene gute Handlungen setzen, um sich diese Dienste von Gott belohnen zu lassen. Die Gnade Gottes aber ist völlig unabhängig von menschlichem Wirken. Nicht Werke, sondern Glaube!
Die “Ur-Offenbarung” ist im Protestantismus der zur natürlichen Theologie nötige Vorläufer. Die natürliche Theologie wird als Ergebnis der sündhaften Abwendung vom wahren Gott wahrgenommen. Damit (anders Karl Barth) sehen also die protestantischen Theologen die natürliche Kenntnis von Gott als (verdorbenes) Ergebnis göttlicher Selbstbekundung. Nur so kann ein Mensch, nachdem sich ihm die Christusoffenbarung erschlossen hat, seine vorausgehende, natürliche Gotteswahrnehmung als Folge der Abwendung von Gott verstehen. Die Ur-Offenbarung wurde von den Menschen verkannt und das Wissen von Gott vor Christus wird erst im Lichte der Bibel wieder rein, weil die Gotteserkenntnis eines Sünders niemals unvoreingenommen ist.

Geschrieben von C.

März 28, 2008 um 11:50 vormittags

Gotteserkenntnis ohne Christus / Natürliche Theologie

mit 11 Kommentaren

Was ich heute gelernt habe…

…ist, dass der im Neuen Testament als “Vater des Glaubens” bezeichnete Abraham selbst die Christusoffenbarung nie empfangen (können) hat. Daraus folgt, dass es wahre Gotteserkenntnis bereits in Israel gegeben haben muss, also gab. Sie wird vom Christusgeschehen überboten, bleibt jedoch wahr.

Nach Paulus ist die Offenbarung jederzeit allen Menschen zugänglich, und zwar durch die Werke der Schöpfung. Der Menschen Schuld aber ist, dass die aus dieser Erkenntnis nicht die Konsequenz gezogen haben, Gott als Gott anzuerkennen. Von Christus her betrachtet bedeutet dies, dass die Gottesoffenbarung durch die Werke der Schöpfung nur die Funktion hat und haben kann, die unentschuldbare Sündigkeit des Menschen und seine Angewiesenheit auf die Gnade (Jesu, also Gottes) zu verdeutlichen.

Die allgemeine Zugänglichkeit der Offenbarung wird auch als “Allgemeine Gottesoffenbarung” bezeichnet. Daraus ergibt sich die “Natürliche Theologie”, die der übernatürlichen Theologie der christlichen Gotteslehre gegenübersteht.

Nebensächliches:
Zum Thema natürliche Theolgie und allgemeine Gottesoffenbarung passt noch die Feststellung, dass die Frage nach dem Sinn des Lebens bereits eine implizite Frage nach Gott ist und somit “unthematisches Wissen von Gott”.

Geschrieben von C.

März 27, 2008 um 5:37 nachmittags

Offenbarung

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Was ich heute gelernt habe…

…ist, dass sich die Fundamentaltheologie mit der Offenbarung befasst und damit, wem sich Gott wie und wodurch offenbart hat oder offenbaren wird.

Die Theologie hat diese Offenbarung zur Grundlage. Klingt logisch, ohne Wissen von Gott kein Gott. “Was ich nicht weiß macht mich nicht heiß”. Gott verkündet in seiner Offenbarung seine, und da er der eine und einzige ist, die Wahrheit. Der Glaube des Menschen an diese Wahrheit ist die menschliche Entsprechung zur Offenbarung durch Gott, die in der Heiligen Schrift bezeugt ist.

Im Alten Testament trat Gott als der “Herr der Geschichte” auf. Die erwartete Gottesoffenbarung sollte seine Herrlichkeit allen Völkern enthüllen, bis ans Ende der Erde. Die Apokalyptik befasst sich mit dem durch Gott herbeigeführten Ende der Geschichte, dem die vollkommene Gottesherrschaft folgt.

Im Neuen Testament endlich erfüllt Jesus Christus diese Offenbarungsverheissungen. Er, “Gottes Sohn”, also sein Ebenbild, wird als Höhepunkt der Selbstkundgabe Gottes dargestellt und wahrgenommen. Heil und Unheil hängen vom Glauben an Christus als Offenbarung Gottes ab, der Weg zu Gottes Heil führt also nur über ihn. Kreuzigung und Auferstehen Jesu bezeichnen den Beginn der Verwirklichung der Gottesherrschaft.

Dogmatische Probleme:
Die Interpretation des Alten Testaments von Christus her wird dessen eigentlicher Aussageabsicht nicht gerecht. Außerdem erheben außerhalb Christus weitere Aussagen über Gott Wahrheitsanspruch, das Heil jedoch wird ausschließlich an die Christusoffenbarung gebunden.

Geschrieben von C.

März 27, 2008 um 5:34 nachmittags

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