Der Glaube (implizit/explizit)
Was ich heute gelernt habe…
…ist, dass der Glaube an den Sieg Gottes über Tod und alles Böse auf dem Christusgeschehen beruht. Christlicher Glaube kommt demnach stets von etwas her und ist auf etwas gerichtet. Ein Problem ist, dass die Zeugnisse des Neuen Testaments untereinander nicht immer stimmig und historisch oft zumindest fragwürdig sind. Somit wirft sich die Frage auf, ob die berichteten Ereignisse als fundierte Basis für das Heilsvertrauen dienen können.
Es ist durchaus möglich, nicht an Gott oder nicht an Christus als Sohn Gottes zu glauben, auch wenn man die biblische Botschaft kennt. Das bedeutet, ein Mensch muss sich auf das “Versöhnungsangebot” einlassen, dass Gott ihm durch Christus offenbart hat, um Christ zu sein. Sein Vertrauen muss darauf gerichtet sein. Es gibt also zwei Gesichtspunkte des Glaubens: Kenntnis und Vertrauen. Die Gegenstände des Glaubens sind allen gemein, die individuelle Aneignung dieser Glaubensgegenstände aber ist der Glauben. So wird ungeformter Glaube, also die zustimmende Kenntnis der Glaubensinhalte, zu wahrem Glauben. Erst die Formung dieser Inhalte durch die Liebe des Heiligen Geistes verwirklicht den Glauben. Die Frage ist nun, welche Inhalte, welche Kenntnisse braucht ein Christ? Wie stellt er sein Vertrauen auf eine ausreichend feste Basis? Schließlich braucht das Vertrauen einen Gegenstand, auf den er sich richten kann.
Der implizite Glaube bezeichnet den Glauben daran, dass die kirchliche Überlieferung des Glaubensgutes zuverlässig ist. Das ist Tradition, katholische Tradition.
Der explizite Glaube vertraut in die bekannten Inhalte des Glaubensgutes, deren Mindestbestand der Dekalog, das Apostolische Glaubensbekenntnis und das Vaterunser sind. Nach Luther bewirkt nur Gott den wahren Glauben. Der erworbene, selbst angeeignete Glaube ist somit nichtig, nur der von Gott “eingegossene” ist wahr, da alles Werk außerhalb Gottes Sünde ist. Die Eigene Erkenntnis kann nicht Voraussetzung, sondern nur Folge des Glaubens sein. Diese Erkenntnis kann nicht von der Kirche oder anderen Einrichtungen, Stellvertreter, verwaltet werden. Jeder Christ ist in vollem Umfang verpflichtet, über seinen Glauben Rechenschaft abzulegen und ablegen zu können.